«Ein Magazin muss direkt ins Herz der Zielgruppen gehen und im Kopf bleiben. Nullachtfünfzehnblabla bringt nichts.
Selbstbeweihräucherung auch nicht. Die Leser sind ja nicht blöd.»

 

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Voller Ideen, voller Neugier, authentisch und mit viel Herzblut: Brigitte Mathys (brünett) und Micha Eicher (blond) haben sich dem Gedruckten verschrieben. In ihrem neuesten und ersten eigenen Kundenmagazin erzählen die beiden Heads of Netzwerkagentur über Vintage, Blabla und was Kopfstehen bringt.

Alle reden von Online. Ihr macht das Gegenteil und kreiert neue Printmagazine. Wieso?

Brigitte: Weil Magazine Persönlichkeit haben und langlebig sind. Man kann sie überall und immer wieder lesen. Das Haptische, das «Schmökern», «Schneuggen» und Blättern, das geht nur auf Papier.

Micha: Print ist wie eine Bonbontüte. Bunt, überraschend und einladend. Qualität kommt gedruckt einfach anders daher.

Und da seid ihr die Richtigen?

Micha: Ja.

Brigitte: Ein Magazin ist kein Werbeprospekt. Es braucht keine langweiligen Abbildungen von Produkten, sondern es lebt mit Emotionen.

Micha: Genau. Nullachtfünfzehnblabla bringt nichts. Selbstbeweihräucherung auch nicht. Die Leser sind ja nicht blöd.

Wann ist ein Magazin gut?

Micha: Wenn es direkt ins Herz der Zielgruppen geht und im Kopf bleibt. Magazine müssen leben, sprudeln, anstecken.

Brigitte: Ein Magazin funktioniert direkt und dennoch subtil. Es lebt von Geschichten. Sie allein generieren einen Mehrwert für die Leser.

Micha: Fühlt sich der Leser abgeholt, überträgt sich das auf den Ruf des Herausgebers. Imagegestaltung vom Feinsten. Und alle sind happy.

Doch Geschichtenerzählen allein reicht nicht aus, oder?

Micha: Die Geschichten bringen Leben ins Haus. Doch bevor wir bauen, machen wir uns ans Fundament. Wir fragen: Wie tickt der Kunde, wie die Zielgruppe? Daraus entstehen die Baupläne; das Look & Feel, die Tonalität der Inhalte. Erst dann gehts ans Umsetzen, ans Ausschaffen der Inhalte, das Grundgerüst.

Brigitte: Auf dieser Basis entstehen alle weiteren Ausgaben. Es geht nicht nur um die schöne Fassade. Wichtig ist, dass der gesamte Bau einheitlich stimmig ist und den Endkunden anspricht.

Ihr führt beide eigene Agenturen. Für umfassende Projekte arbeitet ihr als Netzwerkagentur zusammen. Was bringts?

Micha: Wir bleiben beweglich. Und neugierig. Unser Zusammenspiel hinterfragen wir für jedes Projekt neu. Manchmal stehen wir auch kopfüber, um einen anderen Fokus zu kriegen. Kopflüften sorgt für frischen Wind.

Brigitte: Die Erfahrung gibt uns recht: Wir sind ein eingespieltes Team. Unsere Abläufe sind kurz und unkompliziert. Davon profitieren auch unsere Kunden. Wir vernetzen aus Überzeugung: Je nach Aufgabe mit querdenkenden Webprogrammierern, innovativen Marktforschungs-oder Marketingspezialisten.

Wer ist der Boss?

Micha: Ich sag dazu gar nix.

Brigitte: (lacht). Die eine ist eher das wuselnde Element im Vordergrund.

Micha: Die andere hält die Fäden im Hintergrund zusammen. Aber quer denken wir beide gleich.

 

Interview: Lucia Bolli, scharfsinn

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Making of

Fürs Editorialshooting von »mitohne» standen Brigitte Mathys und Micha Eicher für einmal vor der Kamera. Auf dem Kopf. So geht das, wenn man auf ungewohnte Perspektiven steht.